News from our one year trip through Canada and US

Canada - Four Seasons

Am 13.01. Abflug nach Kanada. Erste Station: Calgary/Alberta

Ihr könnt auf dieser Seite unsere Reise verfolgen. 

Jutta und Hans
Hündin Ella - auch sie kommt mit

The Camper - Eagle Cap 811,
bought at FRASERWAY Kamloops,
(The pickup truck we bought at
JIM PATTISON LEASING in Calgary is not the one on the photo). 
We are going to take over the Camper and get it installed on the truck in March. Then our journey through the country will begin.

 

Der Camper: Eagle Cap 811, wörtlich übersetzt Adlerkappe 811 (huh!), gekauft bei FRASERWAY Kamloops.
(Der Pickup, den wir bei JIM PATTISON LEASING in Calgary ist nicht der auf dem Foto). 
Wir werden den Camper im März in Kamloops übernehmen auf dem Truck installieren lassen. Dann wird unsere Reise durch das Land beginnen.

Hans und Ella bei Minus 30 Grad am 14.01.2020 vor unserem Haus in Calgary. 

 

Hans and our dog Ella in front of our house in Calgary at minus 30 degrees.

Left to right: Sales and Leasing Consultant Kevin Moffat, Jutta Besser-Lahtz and Hans-H. Lahtz in front of the Dodge Ram 3500 at Jim Pattison Lease in Calgary

Am 14.01. haben wir unseren fetten robusten Pickup von JIM PATTISON LEASE in Calgary in Empfang genommen und sind nach anfänglichen Bedenken sehr glücklich darüber, bereits im frostigen Calgary mit Fourwheel-Drive und Winterbereifung unterwegs zu sein. In wenigen Tagen geht's in die Rocky Mountains in hohen Schnee und auf vereiste Routen und Pässe.

Die Mitarbeiter, insbesondere Amber Lyons und Kevin Moffat haben uns hervorragend beraten und betreut, mit Kompetenz und warmherziger Freundlichkeit. Sie haben uns bei der gesamten Abwicklung des Versicherungsabschlusses und der Anmledung zur Seite gestanden.

 

On 14.01. we received our pickup trucl RAM 3500 from JIM PATTISON LEASE in Calgary and after initial doubts we are very happy to be on the road in frosty Calgary with fourwheel drive and best winter tyres. In a few days we will be heading for the Rocky Mountains in high snow and on icy routes and passes.
The staff, especially Amber Lyons and Kevin Moffat, gave us excellent advice and support, with competence and warm-hearted friendliness. They have assisted us with the entire process of taking out insurance and registration.

Auf dem LakeMinnewanka Banff

Banff National Park

Die Berge bei GOLDEN in den Rocky Mountains, BC

 

 

Wasserfall am Lake Louise, Banff National Park, BC

 

 

Ella: Unser Schneehund

 

 

On the road from GOLDEN to SALMON ARM

 

Im Glacier National Park

 

 

Am TransCanada Highway im Glacier National Park

 

 

Jasper National Park

iIm Maligne Canyon/Jasper NP

Rehe vor der Fairmont Lodge im Jasper NP

Im Maligne Canyon/Jasper NP

The "Ludtke" Cottage belonging to the Clearwater Springs Ranch

 

Unser Zuhause vom 01.Februar. bis Mitte März

 

Mitten in der Wildnis mit Blick auf eine weitläufige Wiese und den Battle Mountain liegt dieses wunderschöne Blockhaus. Es wurde von der ersten Familie gebaut, die sich in den frühen 1930er Jahren in diesem Tal niedergelassen hat. Es ist das älteste Cottage in der Gegend, das noch immer Gäste willkommen heißt.

 

In wilderness with a view of a meadow and Battle Mountain lies this beautiful log cabin. It was built by the first family who settled in the valley in the early 1930s. It is the oldest cottage in the area and still welcomes guests.

Aussicht auf Schnee: am 20.01. geht es los

Überschrift

Ludtke Cottage an der Clearwater Springs Ranch/Wells Gray Povincial Park

Überschrift

Wir hatten eine fantastische Zeit im Blockhaus der Clearwater Ranch in  unverdorbener Natur: Glitzender unberührter Schnee, Nadelwald, eine weitläufige Feuchtwiese mit einem Bach unter einer Eisdecke. Bevor wir die Wiese betraten oder mit Skiern überquerten, war die Schneedecke ohne Spuren, ein jungfräuliches Weiß, bis auf vereinzelte tiefe längliche Löcher, die Spuren Elchen. 

Langlauf, lange Wanderungen mit unserer Hündin Ella, am Feuer sitzen, lesen, die vollkommende Stille genießen und meditieren und ab und zu mit den Vermietern klönen - das unser Aufenthalt in diesem Paradies.

Die Lodge der Clearwater Springs Ranch. Hier kann man sich im Sommer und Winter komfortabel einquartieren. Das Ludtke Cottage gehört zur Lodge. Dort haben wir sechs wunderbare Wochen verbracht.

Alle Infos sind auf dieser Website zu finden:

www.clearwaterspringsranch.com

Die Besitzer und Vermieter von Lodge und Cottage, Tania und Kurt

Kanada – Four seasons
von Jutta Besser

 

Vor uns stürzten gewaltige Wassermassen mehr als 140 Meter in einen Canyon hinab: Die Helmcken Falls im Wells Gray Provincial Park in British Columbia, West-Kanada. Wir saßen direkt am Rande des Plateaus und hatten Tränen in den Augen. Es war der Tag vor der Abreise unserer zweiten Kanadatrips unter einem klaren weiten Himmel.

Hier und an diesem Tag im Jahr 2003 entstand unser planloser Plan: ein ganzes Jahr durch Kanada zu tuckern – und tuckern, das meine ich wörtlich: langsam, ganz ohne Site-Seeing-Stress, ohne feste Route. Tag für Tag neu entscheiden, wohin uns der Wind weht, jeden Tag schnuppern, spähen, tief in die eigene Mitte hineinspüren, den Bauch entscheiden lassen, ob Süden, Norden, Westen oder Osten die Fahrtrichtung sein wird. 

Natürlich schwingt heute – und das hat man damals in der Dimension noch nicht voraussehen können – auch unser Umweltbewusstsein mit und lässt ein Unwohlsein entstehen bei dem Gedanken, in einem megafetten Pickup-Truck mit einer 6-Liter-Maschine durchs Land zu knattern. Ich will mich damit nicht entschuldigen, aber gäbe es heute ein Verbot für solche Autos oder Camper oder auch ein Flugverbot für Privatreisen, so würde ich mich tatsächlich freudig von diesem Traum verabschieden und in der Gewissheit Trost finden, dass ja alle betroffen sind und somit auch alle verzichten müssen und dadurch tatsächlich etwas bewirkt wird. Unter den realen Bedingungen jedoch, bin ich nicht bereit zu verzichten und sage mir: als Kinderlose und Vegetarier hinterlassen wir ohnehin den minimalsten ökologischen Fußabdruck und unser sonstiger Lebensstil ist sehr bescheiden. Die letzten Jahre haben wir – ansässig nur 300 km entfernt in der Nordheide – an der Feldberger Seenlandschaft verbracht und sind auch dort sehr sesshaft gewesen.

Und so begann der neue Lebensabschnitt mit gigantischer Vorfreude gepaart mit dem Megastress des ersten Reiseabschnitts. Reisefreiheit ohne Zeitlimit will hart erarbeitet werden, erstmal im Berufsleben und dann mit so nüchternen Vorbereitungen wie Visumsantrag, Abschluss einer Autoversicherung fürs Ausland, Haus oder Wohnung zumindest partiell vermieten, damit die Kasse stimmt und die Einbruchgefahr nicht steigt, wenn ein Hund mitkommen soll, wie in unserem Fall, Amtstierarzt, Impfungen, Gesundheitscheck. 

Die Wochen vor der großen Reise waren dicht gepackt mit Erledigungen, so dass der Fall in das große Loch nach dem Ausscheiden aus dem - bei mir die Pause vom Berufsleben -abgefedert wird, bzw. sich das große Loch gar nicht erst auftut. Bei uns – das sei an dieser Stelle schon verraten, kam statt des Falls ein Höhenflug – per Boing 777 mit Air Canada.

Ja, endlich frei sein, ohne den Druck beruflicher Zwänge, Belastungen, Fesseln und ohne Ballast – abgesehen vom überdimensionalen Gepäck (zwei XXL-Koffer, zwei Handgepäck-fähige Köfferchen, zwei Laptop-Rucksäcke und eine XXL-Hunde-Transportbox) und wenn man so will – der Hund an der Leine. Auf meine geliebte Gitarre musste ich notgedrungen verzichten, aber ich habe einen guten Ersatz gefunden: eine schwarze Fender – mal was anderes.

Wer die Signale der Zeit erkennt, vermag mit dem Fluss des Lebens zu schwimmen und die für ihn adäquaten Dinge zu tun. Und wie schön, wenn das exakt mit den Vorstellungen und Bedürfnissen des Partners übereinstimmt.

Wir fuhren hinein eine offene Situation. Auch das klingt nach Freiheit, war es aber nicht. Es ist nicht einfach den verlängerten Fuß in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu bekommen. Ob die Kanadier uns tatsächlich ein Jahresvisum ausstellen würden, blieb bis zum Besuch des Emigration Center offen. All unserer Versuche mit der kanadischen Botschaft, die mittlerweile für die gesamte EU zuständig, in Wien residiert, blieben vergebliche Mühe. Eine Verlängerung über sechs Monate hinaus gewährt man den „Eindringlingen“ nur vor Ort. Wir mussten also mit offenem Ausgang losreisen und das, obwohl wir bereits einen Pickup und einen Camperaufsatz über das Internet gekauft hatten. Für ein halbes Jahr ein völlig unsinniges Unternehmen. Ein Leihcamper wäre für so einen Zeitraum die deutlich unkomplizierte Lösung. Aber wir waren optimistisch.

 

 

 

Ein Jahr Berufspause und Eintritt in den Un-Ruhestand - Eintritt in die Freiheit

 

Wie jede Sache ihre zwei Seiten hat, als Taiji-Lehrerin würde ich es auch Yin und Yang nennen, so ist auch dieser Wechsel mit zweierlei Gefühlen behaftet. Da ist das Loslassenmüssen von dem selbstständig Erarbeiteten, das als Freiberufler stets mit großer Mühe, Ängsten, und in keinem Verhältnis zum Nettoeinkommen stehendem Verwaltungsaufwand verbunden ist und gleichsam die Abnutzung der Energie durch die Routine, die auch durch die netten Neuzugänge nicht mehr ihre anfängliche Frische erhält. Und so ist eine Pause dringend angesagt – denn wieder anfangen möchte ich mit meinem Taiji-Unterricht.

Es ist ein neues, ein herrlich befreiendes Gefühl, endlich dem Nichts-Auf-Dem-Zettel-Haben entgegenzugehen, durch das auserwählte Land zu bummeln und den Tag zu nehmen, wie er sich gerade vor einem entfaltet. Und mit diesen Yin- und Yang-Gefühlen (positiv und negativ) haben wir uns nun einer ganz neuen Herausforderung gestellt: Die Haustür für ein Jahr hinter uns schließen, der geliebten Scholle und den Freunden ade sagen, das sichere Heim gegen ein rollendes tauschen, indem man so gerade eben aneinander vorbeipasst und einen winzigen Tisch miteinander teilen muss, an dem gegessen, gepuzzelt, gelesen und getippt wird. Okay, zugegeben, da fehlt noch etwas. Der Übergang ist etwas fließender, denn das erste Heim ist ja unser Blockhaus am Wells Gray Park. Was uns da erwartet ist noch offen. Wie tief sinken die Temperaturen während unseres Aufenthalts? Wird die Hütte warm mit einem Ofen? Werden wir einschneien? Wie kommen wir mit unserer Verpflegung hin?

Und dann war der Moment gekommen. Wir konnten es noch nicht fassen, haben wir doch zehn volle Jahre auf diesen Augenblick gewartet. Am 13.Januar es ging los. Um 19:30 Uhr packen wir kurz vor Mitternacht unsere Koffer in ihren Caddy der Nachbarn: ein schlicht schwarzer XXL für mich – Frauen brauchen nun mal immer mehr Krempel – und ein XL für meinen Mann. Dennoch werde ich den XL durch die Flughafengänge ziehen, in erster Linie, weil er pink ist und weil das meinem Mann peinlich wäre. 

Überpünktlich kamen wir am Harburger Bahnhof an, zogen je zwei Koffer und ich den schlaftrunkenen Hund hinter uns her und stiegen in das Gruppenabteil der Deutschen Bahn. Dieses ganze Abteil war nämlich als Gruppenticket für sechs Personen – so verkehrt ist die Welt der Bahn - billiger als ein Ticket für vier Personen. 

Der Grund unserer Bahnreise von Hamburg-Harburg nach Frankfurt war unsere Hündin Ella, vor gut einem Jahr traumatisiert aus der Hundehölle Rumänien gerettet, der wir das Umsteigen in der Flugbox ersparen wollten. 

 

Wir stiegen also kurz vor Mitternacht in Hamburg-Harburg in den ICE, der – man mag es kaum glauben – pünktlich den Bahnhof in Richtung Frankfurt verließ. Dass es jedoch, wie bei der Buchung angenommen, keine Abteile mit Bänken mehr gibt, auf denen man sich zum Schlafen ausbreiten kann, war eine unangenehme Überraschung. Wir mussten die Nacht also sitzend verbringen und wuchteten unserer Gepäck mit steifem Nacken und dösigem Kopf auf den zugigen Bahnsteig und zogen es zur S-Bahn, mit der wir zum Flugplatz reisten. Dort verbrachtenwir den Vormittag mit dem Betütteln unserer gestressten Ella, mit letztem Gassigang und Herumlungern im Dämmermodus. 

 

 

Um 13:30 Uhr ging es pünktlich in der Enge der Economy Class nach Calgary. Hunde mit einem Gewicht von über acht Kilo müssen im Frachtraum reisen, gleich nebenan von Koffer und Co.. Da sind selbst neuneinhalb Flugstunden schon grenzwertig, auch unter der dämpfenden Wirkung einer Valiumtablette. Die Hunde werden in ihrer Flugbox über das Rollfeld befördert wie ein Gepäckstück, wenn auch deutlich sanfter und erst dann, wenn alles andere verstaut ist. Wir hatten das bereits mit Ellas Vorgängerin gemeistert, aber das mulmige Gefühl flog dennoch mit. 

Wir fieberten voller Anspannung dem Öffnen der Flugbox entgegen, nach einer pünktlichen Landung – Ortszeit 13:30 Uhr. Wie würde unsere Ella dort herauskommen, wie würde sie auf uns reagieren, die wir sie in diese Schachtel gesperrt und ihrem Schicksal überlassen hatten? 

Aber das Wiedersehen ließ noch auf sich warten. Erstmal mussten wir durch die Passkontrolle. Die erfolgte voll elektronisch und nach vorgegebenen Schema F, bestätigte freundlich unsere Eingabe der Länge des Aufenthalts „365 Tage“, so dass wir uns verwundert ansahen und kaum fassen konnten, dass wir nun für ein Jahr einreisen durften, ohne weitere Fragen, ohne das Vorlegen unserer diversen Unterlagen über Einkommen, Rente, Versicherung und so weiter. Wir hoben schlapp aber glücklich die Daumen und beeilten uns, endlich Ella aus ihrem „Käfig“ zu befreien. Aber nix da, sie musste in der Box bleiben und darin auf den Caddy, was in ihren Ohren als ein undefinierbares und bedrohliches Rumpeln drang. Sie tat uns so leid, aber was das Einhalten von Vorschriften und Regeln betrifft, darin sind kanadische Beamte und Flughafenangestellte strikt und emotionslos, geradezu gnadenlos. Und an der letzten Kontrolle wurden wir dann in das Immigration-Center zitiert. Dort sollten wir den Hund registrieren lassen. Hierbei stießen die Beamten auf unsere digital eingetragenen 365 Tage Aufenthalt und gerieten in die Fänge eines absolut humorlosen Mr. Wichtig, der sich nichts von unseren Wünschen anhören wollte, schweigend unsere Pässe einzog und uns arrogant abschätzend klar machte, dass wir geduldig zu warten hätten, bis man uns aufrufen würde. Dann würde über unser Anliegen entschieden. Ich muss sagen – und ich habe in der Flüchtlingshilfe gearbeitet, syrischen und afghanischen Männern beim Deutschunterricht geholfen – dass dies nicht der typische Kanadier war, sondern ein Macho aus einem der Länder, in denen sich die westlichen Imperialisten unbeliebt gemacht haben. Ein Typ mit verletztem Selbstwertgefühl und einem unbändigen Drang zu Geltung und Macht über die verwöhnten Westler, die als fettsituierte Touristen ins Land kommen und sich alles leisten können, wovon er nur träumen kann. Als wir nach fast zwei Stunden stumpfen Wartens und unserer armen Ella neben uns in der Flugbox endlich aufgerufen wurden und ich voller Spannung zu den zwei jungen, deutlich freundlicher blickenden Beamten sprintete, wusste ich, dass wir eine Chance hatten. Ich zog meiner Unterlagen hervor, lächelte freundlich beim Blick in unsere Pässe und erklärte, dass wir dem kanadischen Staat nicht auf der Tasche liegen würden – im Gegenteil – Geld ins Land brächten, da wir Rente und andere Einkünfte vorweisen könnten, eine Krankenversicherung für das ganze Jahr nachweisen konnten und auf unserer Rundreise konsumieren würden, denn zumindest essen, trinken und tanken würden wir auf jeden Fall. Die beiden Beamten hatten eine derartige Anfrage noch nie erhalten. Anträge auf Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung und Travel & Work-Anmeldungen, all das war normal, aber zwei Rentner-on-the-road, das war etwas Neues für sie. Sie berieten sich und schwupps setzten sie ihren Stempel in unsere Pässe. Yeah, dachte ich und warf Hans einen freudigen Blick zu mit Daumen nach oben. Wir fielen uns in Arme. Es war geschafft – wir hatten das Visum. Eine Tür öffnete sich und wir durften eintreten in dieses spannende Land, ohne das Zeitkorsett, dass uns bei den vorherigen Reisen so eingeengt hat.   

Für die angebotene Abholung durch einen Fahrer von JIM PATTINSON LEASE, wo wir den Pickup über das Internet gekauft hatten, waren wir nun zu spät. Das Ergattern eines Großraumtaxis jedoch ging reibungslos von statten. Nach wenigen Minuten hatten wir einen Fahrer, der Ella in der Box etwas unwirsch unter die Rückklappe schob. Der erste Schritt aus dem überheizten Flughafengebäude war ein eisiger Schlag ins Gesicht. 33 Grad Minus, übermüdet und angespannt gefühlte Minus 40.

Schnell war alles verstaut und der Wagen knirschte über die vereisten Straßen. Durch das Rauschen der auf maximale Kraft eingestellten Heizung vernahmen wir Ellas ängstliches Hecheln im Hintergrund und konnten erst wieder richtig durchatmen, als wir gegen sieben Uhr abends an unserer Unterkunft ankamen. Ella zeigte sich schwach erfreut, noch im Nebel der Beruhigungspille, aber intakt.  

Das über Airbnb gebuchte Gartenhaus war gemütlich eingerichtet und – besonders wichtig bei klirrender Kälte, gut heizbar. Der Vermieter empfing uns freundlich und half beim Hineinschleppen der Flugbox. Ellas Platz neben das Bett, das Nötigste aus den Koffern und dick eingemummelt in Daune, Pudelmütze und so etwas wie eine Flies-Burka drehten wir mit Ella eine Runde in dem kleinen Garten. Erschöpft und dennoch so aufgedreht, dass das Einschlafen gefühlt Stunden dauerte – in Deutschland wären wir gerade, das Frühstück noch in der Verdauung, zur Hunderunde ins Büsenbachtal gestiefelt.

Per E-Mail erhielten wir von Kevin, Sellers Consultant von JIM PATTINSON, die Nachricht, dass der Fahrer auf uns gewartet hätte. Wir entschuldigten uns und mailten zurück, dass wir den Wagen am nächsten Vormittag abholen würden. 

Hans ist noch durch den frostigen Abend zum Supermarkt gestiefelt und hat Brot, Humus und Käse fürs Frühstück und Hundefutter geholt. Rot wie ein Hummer im Gesicht kam er zurück ins kuschelige Häuschen, kuschelig bis auf das Bad, indem die Heizbarkeit in früheren Zeiten noch erkennbar war – ein Radiator a.d.. Das war ein Kühlschrank und verkürzte die sonst unendlichen Sitzungen meines Mannes auf ein Minimum.

 

 

 

 

Der weiße Riese

Die Übernahme unseres weißen Dodge Ram 3500, eine echte Wuchtbrumme, war trotz Schock über die Ausmaße ein netter Moment: Geradezu herzlich wurden wir bei JIM PATTINSON LEASE vom Sellers Consultant Kevin und der Verkaufs-Managerin Amber empfangen. Alles geht in Kanada per Vorname vonstatten, selbst wenn es um Versicherung und Buchungen geht. Dass wir diese unverschämt fette Kiste kaufen mussten haben wir Bradley zu verdanken, Sellers Consultant a.d., bei Kanadas größten Camperverleiher- und Verkäufer, ein Muskelpaket, nicht nur körperlich. Er war in der Lage, uns in wenigen Wochen davon zu überzeugen, dass wir mit keinem anderen Camper heil durch die kanadische Wildnis kämen. Ein Truckcamper sollte es auf alle Fälle werden, aber ein Eagle Cap 811, wörtlich übersetzt Adlerkappe,gehörte eigentlich nicht in unser Beuteschema – zu groß, zu luxuriös - zu teuer. Als wir dann endlich breitgeklopft von Bradley, stolze Besitzer eines Campers mit Slide-out und Generator für den Fall erneuter Klimakapriolen mit Temperaturen an die 40 Grad waren, entdeckten wir, dass das Teil so viel wog, dass es nur von einem Ford 350 oder einem Ram 3500 aufwärts zu wuppen war. Die sogenannte Payload beträgt 4500 lbs, das sind ... Tonnen. Und nun standen wir vor einem Problem. Pickups mit einer Payload um die 3500 lbs gibt es in Kanada wie Sand am Meer. Jeder Hinz und Kunz fährt dort einen Pickup, aber eben mittlerer Größe – für kanadische Verhältnisse wohlbemerkt. 

Auf dem Verkaufsparkplatz der Leasing-Firma Jim Pattinson grinste uns also ein Truck an, dessen Kühler einem Pitt-Bull-Terrier mit gefletschten Zähnen gleicht. Angsteinflößend, zumindest für umweltbewusste Menschen wie wir es sind. Und selbst der Verkäufer Kevin wiederholten ungefähr viermal den Satz „It’s a real big truck, you know, real big!“ als Warnung vor zu viel Drive.  

Ein Fahrer der Firma brachte uns zur KFZ-Anmeldestelle. Da die Versicherung auf Hans‘ Namen abgeschlossen worden war und ich den Pickup gekauft habe, hieß es zunächst, dass wir so das Auto nicht anmelden könnten. Erneuter Schock, aber dann schlug uns die Dame hinter dem Counter eine originelle Lösung vor: Ich sollte meinem Mann den Wagen verkaufen, dann kleine Korrektur – nein schenken. Daraufhin lächelte er begeistert und wenig später hatte ich Hans ein gigantisches Geschenkt zur Ankunft gemacht – einen Ram 3500.

Die Tage in Calgary waren geprägt von Erledigungen, Shoppinggängen und Spaziergängen in klirrender Kälte mit Hündin Ella, der wir bei Minus 33 Grad auch lieber ein Mäntelchen und Schuhe angezogen haben. Die Schuhe waren dabei am wichtigsten, weil sie nach den ersten Schritten auf dem eisigen Boden nur noch auf drei Beinen ging. Es tat ihr richtig weh und so entschlossen wir zu etwas, dass wir bei uns eher lächerlich fanden, zum Anziehen unseres Hundes. Der Dank äußerte sich in einem Sprint durch den Canmore Park durch den Schnee, durch die Büsche hindurch, die Hügel rauf und runter. Ein fröhlicher Hund macht Frauchen und Herrchen glücklich und lässt alle Peinlichkeitgefühle verschwinden.  

 

Angekommen in den immer wieder beeindruckenden Rocky Mountains, zeigte sich das Winterwetter von seiner absolut angenehmsten Seite: Termperaturen um 0 herum, richtig fett Schnee und viel Sonne - ein kanadischer Traum. Wir alle drei genossen den richtigen Winter und den Schnee. Ella liebte es, sich im Schnee zu drehen, erschien gezuckert und zerzaust aus den Schneebergen. Hans und ich haben uns im Secondhand-shop in Canmore Langlaufski gekauft und glitten damit über sanfte Hügel hinauf und hinab durch den grün-weißen Tannenwald und über den See im Banff National Park.

 

In 2021 könnt Ihr mehr lesen

 

Canada - Four seasons 

by Jutta Besser

 

 

In front of us huge masses of water plunged more than 140 meters into a canyon: The Helmcken Falls in Wells Gray Provincial Park in British Columbia, Western Canada. We were sitting right on the edge of a plateau and had tears in our eyes. It was the day before the departure of our second Canada trip, under a big clear sky.

Here and on this day in 2003, our aimless plan was born: chugging through Canada for a whole year - and chugging, I mean it literally: slowly, without any site seeing stress, without hurry, without a fixed route. Deciding day by day anew which way the wind should carry us. 

Of course, today - and this was not foreseeable in those days in that dimension - our environmental awareness also resonates and makes us feel uncomfortable at the thought of rattling through the country in a mega-fat pickup truck with a 6-litre engine. I don't want to apologize, but if there were a ban on such cars or campers today, or even a ban on flying for private trips, I would indeed happily say goodbye to this dream and find comfort in the certainty that everyone is affected and therefore everyone has to give up and that something will actually be achieved. Under the real conditions, however, I am not ready to give up. As a child-free couple and as vegetarians we leave a minmal ecological footprint and our lifestyle is very modest. We have spent the last few years - living only 300 km away in the north heath – spent our vacations at the Feldberg lake district and have been very sedentary there.

And so the new stage of life began with gigantic anticipation paired with the mega-stress of the first leg of the journey. Freedom to travel without time limits has to be hard-earned, first in working life and then with such sober preparations as applying for a visa, taking out car insurance for abroad, renting out the house or the apartment at least partly, so that the cash is right and the risk of burglary does is reduced. If a dog is to come along, as in our case, there is the need to visit the official veterinarian, health check and vaccinations have to be carried out. 

The weeks before the big trip have been tightly packed with errands, so that after retiring the fall into the big hole is prevented - in my case after taking a break from work - or the big hole doesn't open up at all. So I can tell you already at this point - instead of a fall we had a high-flying – in a Boeing 777 with Air Canada.

Yes, to be free at last, without the pressure of work commitments, burdens, shackles and without ballast - apart from the oversized luggage (two XXL suitcases, two small suitcases, two laptop backpacks and an XXL dog flight box) and the dog on a leash. I had to leave behind my beloved guitar, but with the consolation of receiving an auctioned Canadian one in Calgary from Ebay.

 

Arriving in the impressive Rocky Mountains, the winter weather showed itself from its absolutely most pleasant side: temperatures around 0, really thick snow and lots of sunshine - a Canadian dream. All three of us enjoyed the real winter and the snow. Ella liked spinning in the snow, reappeared as sugared. Hans and I bought cross-country skis in the second-hand shop in Canmore and glided with them over gentle hills up and down through the green-white fir forest and across LakeMinnewanka in Banff National Park.

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